Die letzten Tage meines FSJ
Die Beweggründe warum ich mein FSJ abgebrochen habe, lege ich in dem Artikel Zurück zum Hotel Mama da. Doch die Tage vor der Abreise selber, sind es wert einen eigenen Artikel zu erhalten.
Dann war es soweit: “We want you to leave latest at the 15th of january ´cause we need your room!”
Ich war so empört, dass ich nichts mehr sagte und verständnisvoll nickte. Selbstzufrieden fügte sie hinzu, dass sie einen Neuen für mich hätten.
Als ich realisierte, gerade mehr oder weniger rausgeworfen worden zu sein,….
….folgte sehr schnell der Entschluss, dass es das letzte Mal sein sollte, dass mir ans Bein gepinkelt wurde. Da ich die Menschen nicht ändern konnte, lag es nahe die Ferne zu suchen. Ich war von dem Gedanken befangen, mein FSJ abzubrechen und nach Hause zurückzukehren. So sollte mir es gerade recht kommen, dass ich sechs Tage später sowieso nach Deutschland fliegen wollte, um meinen verdienten Weihnachtsurlaub antzutreten.
Dass ich den Flieger nicht genommen habe, liegt daran, dass die Billigflugunternehmen horrende Summen für Übergepäck veranschlagen. Da ich mit 30 Kilo Marschgepäck aufwarten konnte, war dies definitiv eine zu teure Variante. Ich wollte mich doch nicht selber bestrafen!
So musste eine andere Lösung her. Pakete schicken? Ne, dauert zu lange zudem auch nicht gerade billig.
Dem Ölpreisverfall sei Dank, fiel die Wahl auf das Auto. Ich kam auf das Angebot eines Freundes zurück, mich aus England abzuholen. Was ich nicht bedacht hatte, waren die Fährkosten. Denn mit Preisen von 170 Euro von Calais nach Dover und zwar nur von Calais nach Dover, hatte ich nun wirklich nicht gerechnet. So musste ich wohl doch noch sechs Tage warten, um die Biege zu machen. Warum musste ich auch auf einer Insel gelandet sein!?
Doch dann überbrachte mir ICQ doch noch eine frohe Botschaft: Ich hab hier gerade zwei Fahrten für jeweils 30 Okn gefunden!
Ich habe meine Kredikarte so schnell gezückt, dass selbst Luky Luke blaß geworden wäre. Ein ein paar Klicks und die Tickets für die Fähre waren gebucht. Am 15 Dezember 08 sollte mein FSJ beendet sein. Dreieinhalb Monate von ursprünglichen neun. Dumm gelaufen!
Die letzten zwei Tage versuchte ich genauso zu arbeiten wie zuvor. Ich wollte mir selber nichts vorwerfen können. Natürlich war die Situation nicht die gleiche. Die anderen Co-Worker im Haus, waren fast genauso aufgedreht wie ich. Endlich einer, der es den Managern mal zeigt! Da war was dran, doch war es mehr die konstengünstigere Variante, die mich dazu trieb so schnell abzuhauen. Ein wenig Schadenfreude konnte ich natürlich nicht verleugnen.
Eine letzte Aufgabe blieb; wollte ich den Managern doch noch mitteilen, dass ich verschwinde. Da es Wochenende war, blieb nur das Telefon um die frohe Botschaft zu übermitteln. Hätte ich gewusst, dass meine Hausmanagerin mich emotionslos, in nicht einmal eineinhalb Minuten Telefongespräch abwatscht, hätte ich mir das durchschwitzen meines Shirts sparen können. Es war einfach unfassbar, aber Sinnbild meines ganzen Aufenthaltes.
Nach einer Abschiedsparty und vier Stunden Schlaf, klingelte mein Handy: Ich bin in 10 Minuten da. Natürlich musste sich mein Freund nach zehn Stunden Autofahrt und 750 Kilometern mehr auf dem Tacho, noch erholen. So gönnte er sich mickrige drei Stunden Schlaf. Ich kam ja mit vier Stunden Schlaf nicht mal klar!
Gerade als ich dabei war, meine letzten Sachen ins Auto zu bringen, stand meine Hausmanagerin vor mir. Good that I managed to see you! Völliger Quatsch! Wir sind einfach nur zu spät abgefahren. Sie hat gar nichts gemanaged. Sie war genauso früh oder spät dran wie jeden Tag. Doch tat sie mir einen riesigen unfreiwilligen Gefallen. Sie demonstrierte meinem Freund, wovon ich wochenlang redete.
Dann war es soweit. Ich verabschiedete mich artig, auch bei den Managern, setzte mich auf die fast schon ungewohnte rechte Beifahrerseite und konnte nicht sagen ob ich froh, erleichtert oder entäuscht war. Müde war ich auf jeden Fall!


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