Letzter ist scheiße!

Als Letzter ins Team gewählt zu werden, als Letzter die Ziellinie überqueren, als Letzter den Witz oder überhaupt was verstanden zu haben…

Letzte ist auch scheiße!

Der letzte Keks, der letzte Schluck, der letzte (Ferien)Tag, der letzte Kuss, der letzte Gedanke, obwohl letzteres auch manchmal ganz positiv sein kann…

All zu oft verbinde ich und wähne mich da nicht ganz alleine mit jeglicher Bedeutung des Wortstammes “letzte” etwas ernüchterndes, erniedrigendes, entäuschendes oder wehmütiges. Sogar der letzte Schultag ist nicht ganz positiv. Nicht dass ich zu betrunken war, obwohl ich es vielleicht doch war, aber ich vermisse die Schule - ehrlich!

Doch zu meiner eigentlichen Story…

Uns Zivis steht in meiner Community in England ein Auto zu Verfügung. Da wir hier am berühmten Arsch der Welt leben, ist dies allerdings auch unabdingbar, um gelegentlich in die urbane Zivilisation zurückzukehren. Und selbst mit einem Auto ergeben sich da schon einige Probleme, da wir 15 Co-Worker sind und jeder das Bedürfniss verspürt den ein oder anderen Tag einfach raus zu kommen, um Menschen und Geschäfte zu sehen, anstatt Schafe und Schäunen.

Es gab bessere Zeiten, in denen früheren Co-Worker Generationen drei Autos zur Verfügung standen. Doch das war mal, denn die Mischung aus ländlichen Straßen und übermotivierten/unerfahrenen Fahrern bringt bisweilen noch jedes Auto an seine Grenze und darüber hinaus. So landete das erste Auto frontal in einer Mauer, das zweite Auto fand seinen Platz auf dem Schrottplatz, nachdem es in einer Kurve zu schleudern begann und seitlich in ein parkendes Auto einschlug. Zum Glück blieben beide Male alle Insassen unverletzt. Beide Male  konnte der Verlust des Autos verkraftet werden, da ja noch zwei bzw. eins übrig blieb.

Doch das LETZTE Auto ist dann das LETZTE und danach hat man keins mehr. Also war es bei den derzeitigen Straßen- und Sichtverhältnissen nur eine Frage der Zeit, bis die Co-Worker Karre den Weg in den Autohimmel antritt. Die Frage wer mit der Bürde Leben muss, sich als LETZTER in die Liste der Unfallfahrer einzutragen, wurde gestern geklärt. Diesesmal landete das Auto LETZTENDLICH in einem Graben.

Ärgerlich, ist ein Wort was ich oben vergessen habe anzuführen, weil LETZTER zu sein kann auch Eigenverschulden sein und dann ist es oft ärgerlich! Und ärgerlich ist es auch, dass jedes Auto wegen eines zu lockeren Gasfußes dran glauben musste.

Aber das LETZTE Wort ist in diesem Fall noch nicht gesprochen. Entweder kann die Karre nocheinmal repariert werden, oder wir bekommen ein neues Auto. Sollte es sich allerdings wieder einmal bestätigen, dass das Wort LETZTE,  dem LETZTEN Wort einen negativen Stempel aufdrückt, sprich weder ein repariertes noch ein neues Auto am Ende bereit steht, rückt mein LETZTER Tag an diesem Ort näher.